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Die Sphinx / Sternwarte

Seit dem 21. April 1927 führt ein 231,6 Meter langer Stollen auf den Jungfraufirn. Von dort kann die Forschungsstation mit einem Lift erreicht werden, der 111,4 Meter nach oben führt. Die Sphinx-Terrasse auf über 3500 Metern Höhe ist für die Besucher geöffnet.

1993-1996 erfolgte eine grosszügige Erweiterung der Sphinx-Terrasse und der Forschungsstation. Ferner entstand eine neue Liftanlage. Die neuen Anlagen konnten am 1. Juli 1996 in Betreib genommen werden.

Kaum war Europas höchstgelegene Bahnstation eröffnet, nutzten auch Wissenschafter den Standort mit seinen aussergewöhnlichen Möglichkeiten. Unter der Federführung des bekannten Geologen und Grönlandforschers Alfred de Quervain entstand schon bald der Plan, eine eigentliche Forscherstation auf dem Jungfraujoch zu erbauen.

Nach de Quervains frühem Tod setzte sich der Physiologe W.R. Hess für dieses Projekt ein. 1930 war es soweit: Die internationale Fördergemeinschaft "Hochalpine Forschungsstation Jungfraujoch" wurde gegründet. Und nur ein Jahr später konnten die eigentliche Lokalitäten eingeweiht werden, in denen seither Wissenschaft in den Bereichen Umweltforschung, Physiologie (Lehre von den Funktionen der Organe, Gewebe und Zellen), Meteorologie, Glaziologie (Gletscherkunde), Radioaktivitätsüberwachung, Erforschung der kosmischen Strahlung und Astronomie betrieben wird (siehe auch www.ifjungo.ch). Das Observatorium, für Millionen von Touristen Erkennungszeichen der wissenschaftlichen Aktivitäten auf dem Jungfraujoch, wurde 1937 eingeweiht.


© Fotos: jungfraubahnen.ch

Die Station und ihre wissenschaftliche Bedeutung

Auf dem Jungfraujoch leisten Forscher von über 25 internationalen Teams rund 1000 Arbeitstage pro Jahr. Die so gesammelten Resultate werden jährlich in zirka 100 Fachpublikationen veröffentlicht.
Der 24-Stunden-Betrieb wird durch zwei sich abwechselnde Hauswarts-Ehepaare aufrechterhalten: Einerseits sind sie für die Beherbergung der ForscherInnen verantwortlich, andererseits übernehmen sie Wetterbeobachtungsaufgaben und warten teilweise mehr als ein Dutzend Messgeräte, die kontinuierlich in Betrieb sind.

Die Forschungsstation Jungfraujoch (JFJ) ist innerhalb des Aerosolprogramms von GAW von grosser Bedeutung. Sie ermöglicht die Analyse und Beobachtung der in Kontinentaleuropa vom Menschen verursachten Luftverschmutzung. Das Besondere ist ihre Lage: Das "Joch" befindet sich für diesen Forschungszweck auf einer geeigneten Höhe, nämlich im Bereich der mittleren Troposphäre (Troposphäre = Luftschicht bis zehn Kilometer Höhe, s. Glossar). Hier können die Aerosole fern ihrer Entstehungsquelle, dafür am Ort der Wirkung beobachtet werden.

Im Sommer wird das Jungfraujoch zudem oftmals am Nachmittag von der planetaren Grenzschicht beeinflusst. Bei der planetaren Grenzschicht handelt es sich um jene Luftschicht, in der sich die Luftschadstoffe ansammeln. Ihre Begrenzung zur Troposphäre ist durch einen "Knick" im Temperaturprofil gekennzeichnet, der eine Durchmischung der beiden Luftmassen verhindert. Dadurch, dass die Forschungsstation Jungfraujoch nun je nach Tages- und Jahreszeit von der planetaren Grenzschicht beeinflusst ist, die quellennahe Aerosole mit sich trägt, oder sich gänzlich in der freien Troposphäre mit ihren quellenfernen Aerosolteilchen befindet, können an demselben Standort die unterschiedlichen Partikel-"Sorten" untersucht werden.

Ein Vorteil des Schweizer GAW-Standortes ist des Weiteren, dass die abgelegene Station nur sehr geringen lokalen Beeinflussungen ausgesetzt ist. Störquellen beeinträchtigen nämlich die wissenschaftliche Arbeit stark und machen sie im Extremfall unbrauchbar. Gleichbleibende Bedingungen sind für die Qualität der Aerosol-Messungen für GAW deshalb von zentraler Bedeutung.

Im Rahmen von GAW ist die Forschungsstation Jungfraujoch als eine der über 300 lokalen Stationen aufgeführt, ihr Messprogramm entspricht jedoch dem einer globalen Station


Forschungsprogramme auf den Jungfraujoch

 
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